
Lange Zeit habe ich gebraucht, um das zu verstehen. Nicht, weil ich es nicht gespürt hätte, sondern weil ich glaubte, es müsse anders sein. Ich fühlte, dass sich oft beide Seiten stimmig anfühlten und konnte mich nicht entscheiden. Dennoch dachte ich, ich müsse mich entscheiden. Für eine Seite. Für eine klare Linie. Weil Authentizität Eindeutigkeit braucht.
Dieser Gedanke wurde geprägt von Erwartungen, von Bildern davon, wie Klarheit und Authentizität auszusehen haben. Und so entstand eine leise Spannung zwischen dem, was ich fühlte und dem, was ich für richtig hielt. Ich wirkte dadurch sehr hart im aussen. Mir zu erlauben, meinem Gefühl zu vertrauen, dass beide Seiten sein dürfen, war befreiend. Die Erkenntnis, dass es genau die Polaritäten sind, die mich auszeichnen.
Polaritäten erweitern meinen Horizont und helfen mir breit unterwegs zu sein. Weil ich Weite mag. In Verbindung mit meiner Empathie und meiner gelernten Wertefreiheit entsteht daraus eine besondere Fähigkeit, die insbesondere auch in meiner Arbeit zum Tragen kommt: Ich kann mich schnell in mein Gegenüber hineinversetzen, Schlüsselstellen wahrnehmen und erkennen, wo das Potenzial für Entwicklung verborgen liegt.
Bei mir zeigt sich das in Form von Bildern und Impulsen und diese gebe ich gerne weiter und durfte dadurch schon einiges in Bewegung bringen. Und ja, ich teile auch mein Wissen und meine Erfahrungen gerne, doch noch lieber lebe ich vor. Weil ich glaube, dass nachhaltige Veränderung, Entwicklung und Wachstum nicht durch Belehrung entstehen, sondern durch eigene Erkenntnis. Durch Aha-Momente, die etwas in Bewegung setzen. Ich will nicht sagen, was richtig ist, sondern Räume öffnen, in denen Menschen selbst reflektieren und Lösungen finden.
Wir lernen früh, uns zu orientieren. An Bildern, an Meinungen, an dem, was als klar, richtig oder erfolgreich gilt. Und oft überhören wir dabei etwas sehr Feines: die eigene innere Stimme. Nicht laut, nicht fordernd, sondern beständig. Sie weiss meist früher als der Verstand, was wirklich trägt.
Vielleicht beginnt echte Authentizität genau dort, wo wir weniger versuchen, Erwartungen zu erfüllen und mehr den Mut haben, nach innen zu hören. Darauf zu vertrauen, dass das Eigene Sinn ergibt, auch wenn es sofort erklären lässt. Ja, ich glaube, dort beginnt Authentizität.
Das ist eine Einladung an uns alle: Dem eigenen Gefühl zu vertrauen und weniger den Erwartungen im Aussen gefallen zu wollen.
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