
2019 habe ich das Thema Selbstständigkeit zum ersten Mal laut ausgesprochen. Im engen Austausch mit meinem damaligen Chef ging es um eine mögliche Geschäftsübergabe. Für mich wurde in diesem Gespräch klar: Ich möchte kein bestehendes Geschäft übernehmen, sondern meine eigene Vision verfolgen. Das Verhältnis mit meinem damaligen Chef war (und ist bis heute) offen, vertrauensvoll und freundschaftlich. So konnte ich meine Gedanken offen kundtun und erhielt Zuspruch und Unterstützung. Dass diese Freundschaft bis heute besteht, freut mich im Übrigen riesig und ist eine echte Bereicherung.
Und so war plötzlich die Selbstständigkeit „im Raum“. Unerwartet. Leise. Noch klein im Kopf, aber präsent. Es war mehr als ein Gedanke, doch der Zeitpunkt war noch nicht reif.
Herbst 2024. Eine Umstrukturierung. Und mit ihr äussere Umstände, die den nötigen Impuls gaben. Kein angenehmer Moment, aber ein ehrlicher. Aus dem Zögern wurde Entschlossenheit, aus dem Abwarten Bewegung. Für mich war klar: Jetzt.
Den Mut dafür habe ich mir nicht über Nacht angeeignet, auch wenn meine Persönlichkeit sicherlich seines dazu beiträgt. Er ist über Jahre gewachsen. In meinen vergangenen Jobs habe ich viel Vertrauen erhalten. Ich durfte Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen, gestalten. Als Geschäftsleitungsmitglied und Stv. Geschäftsführerin konnte ich einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung beitragen. Und ich bin immer gerne zur Arbeit gegangen. Ich habe mich eingebracht, als wäre es mein eigenes Geschäft. Mit Herzblut, Leidenschaft und Loyalität. Diese Haltung hat mich als Angestellte geprägt und begleitet mich bis heute.
Rückblickend war genau das die beste Vorbereitung auf das, was kommen sollte. Fachlich, aber vor allem persönlich.
Spannend ist auch zu beobachten, wie sich mein Umfeld veränderte. Plötzlich waren immer mehr selbstständige Menschen in meinem Leben. Teilweise neue Gesichter, teilweise langjährige Wegbegleiter:innen, die diesen Schritt ebenfalls gewagt haben. Austausch auf Augenhöhe, Inspiration, ehrliche Gespräche. All das hat mich zusätzlich bestärkt.
Natürlich waren (und sind) da auch Zweifel. Unsicherheit. Viele Gedanken. Mein Kopf meldet sich, analysiert, hinterfragt. Und das ist in Ordnung. Ich habe gelernt, ihm zuzuhören und bewusst zu entscheiden, welchen Gedanken ich Raum gebe und wann ich auch mal extern um Rat fragen darf und nicht immer selbstständig und stark sein muss.
Als Dozentin sage ich angehenden Führungskräften oft:
„Was ist das Schlimmste, was passieren kann? Und könnt ihr mit dieser Konsequenz leben?
Wenn ja – go for it.“
Trefft Entscheidungen. Geht los. Setzt um. Seid mutig.
Ich erlebe immer wieder, wie viel Potenzial vorhanden ist und wie oft es am Mut zur Handlung scheitert. Und damit meine ich nicht den Schritt in die Selbstständigkeit, sondern in alltäglichen Situationen, im täglichen Leben. Ich möchte nicht belehren. Ich möchte vorleben. Haltung zeigen. Mut sichtbar machen.
Also war ich mutig und versuche es tagtäglich zu sein.
Es hat etwas Zeit gebraucht. Teilschritte. Entscheidungen. Bis im Mai 2025 schliesslich die Wandelwerk GmbH im Handelsregister eingetragen wurde. Ein Meilenstein. Und gleichzeitig erst der Anfang.
Ein halbes Jahr später: eine eigene Website. Eigene Verantwortung. Und zugleich so viel Gestaltungsspielraum, so viel Freiheit. Ich bin stolz. Und ich bin dankbar.
Wenn ich heute zurückblicke, schliesst sich ein Kreis. Der leise Gedanke von 2019 ist zur klaren Entscheidung geworden. Getragen von Erfahrung, Haltung und dem Mut, ins Handeln zu kommen.
Ich freue mich auf das, was kommt:
Herausforderungen, Erlebnisse, Begegnungen und Menschen und KMU zu begleiten und einen Mehrwert zu bieten.
Danke an mich fürs Losgehen.
Und danke an euch fürs Begleiten und Vertrauen.
Herzlich, Sandra